Luther dir einen...

Die nächsten Vorstellungen finden statt am 21.9. und 22.9.2017 um 20h im Theater im Pädagog in Darmstadt in der Pädagogstraße. 

Lesen Sie hier die Rezension.

 

 Theaterperformance hausgemacht

 

Büchner, Schiller, Goethe und jetzt auch Luther. Seit einigen Jahrzehnten nutzt das Kulturleben die Todes- und Geburtstage als Jubiläen und Erinnerung an Geistesgrößen vergangener Zeit. Dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden. Nur mich beschleicht als mehrfacher Teilnehmer dieser Jahre das Gefühl, dass die Inhalte lediglich dokumentieren sollen um wieviel anders es heutzutage ist, und die Erkenntnisse und Früchte unserer Geistesgrößen Eingang in unsere Gesellschaft gefunden haben. Aber stimmt das? Wird nicht umgekehrt ein Schuh draus, dass wir die von ihnen postulierten Werte erinnern sollen, weil sie damals wie heute noch längst nicht Realität sind? Im Gegenteil die Kulturindustrie sich ihrer bedient, um historisierend damit Kasse zu machen?

 

Dies veranlasst mich zum ersten Mal in so einem Gedenkjahr eine Theaterperformance zu inszenieren, die im Heute nach Analogien sucht zu den Vorgänge, die in Zeiten Luthers zur Reformation geführt haben. Sind die Kirchen von früher nicht die Banken von heute? Wird es nicht wieder Zeit eine neue Reformation anzustoßen? Als Jesus im Jerusalemer Tempel die Händler und die Geldwechsler sitzen sah, trieb er sie mit einer Geißel aus Stricken aus dem Tempel und stieß die Tische um mit den Worten: „Macht meines Vaters Haus nicht zum Kaufhaus! Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker. Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.“ Vor 500 Jahren war es Luther, der mit seiner Bibelübersetzung dem Ablassbetrieb der katholischen Kirche ein Ende bereitete. Wer ist es heute, der die falschen Ideologien und Tempel reformiert? Sind nicht wir alle gefordert in unserem täglichen Tun, die neue Reformation anzustoßen?

 

In unserer hausgemachten Theaterperformance stehen Johannes Tetzel gespielt von Richard Heath und Martin Luther gespielt von Klaus Lavies sinnbildlich für den heutigen Kampf zwischen den eigentlichen Werten und deren Niedergang durch den Kapitalismus. Begleitet wird die Theaterperformance von einem Chor, der wechselseitig die beiden Gegenspieler unterstützt. Zudem können Sie bei uns im Lutherquiz einen Ablassbrief gewinnen, um sich von ihren Sünden loszukaufen.

Und nicht vergessen: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“ (Johann Tetzel, Ablassprediger)